Kopfbild

Fliesenleger:
Mehr Betriebe - Starkes Indiz für Scheinselbstständigkeit

Linie

Frankfurt. Im liberalisierten Fliesenlegerhandwerk sind in den vergangenen zehn Jahren rund 17.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren gegangen. Das teilte die Gewerkschaft Bauen – Agrar – Umwelt (IG Bau) gestern mit. Auf der anderen Seite sei seit 2002 die Zahl der Betriebe von 12.000 auf 57.000 angestiegen, von denen nur noch jeder Zehnte mehrere Beschäftigte hat.

Ein wichtiger Grund sei der Wegfall der Meisterpflicht zum Führen eines Betriebes seit Jahresbeginn 2004. ,,Rapider Arbeitsplatzabbau einerseits und Explosion der Anzahl der Betriebe andererseits sind ein starkes Indiz für Scheinselbständigkeit“, erklärte Andreas Steppuhn von der IG Bau.

Quelle: dpa, aus GA 12/09

 

Kommentar:
Mit dem Wegfall der Meisterpflicht ist auch für den Kunden ein wichtiges Qualitätsmerkmal verloren gegangen. Früher konnte er sicher sein, dass er bei Beauftragung einer Fliesenfirma mit der Person des Chefs einen kompetenten Ansprechpartner und umfassend ausgebildeten Fachmann vor sich hatte. Dies ist heute leider noch lange nicht immer der Fall.
Offiziell darf sich sogar jeder als Fliesenleger selbstständig machen, der gewisse ,,Fertigkeiten“ nachweist. Das heißt konkret, dass er noch nicht einmal den Nachweis einer bestandenen Gesellenprüfung erbringen muss. Was das unter Umständen für die Qualität der auszuführenden Arbeiten heißt, kann sich jeder selbst ausmalen.

Fliesen Schröter, P.S.

 

zurück zur Startseite

 

NACH OBEN